Bergwieser- oder Kippersthaler Hof

Das Auffinden eines jungsteinzeitlichen Steinbeil in der Nähe kann als Beleg einer frühen dauerhaften Besiedlung nicht herangezogen werden, beweist aber, dass schon vor ca. 5000 Jahren Menschen durch das Tal streiften.

Gänzlich ungeklärt ist, ob es eine Verbindung des Bergwieser Hofes mit dem untergegangenen Dorf Steinbach gibt, das von 1151 bis 1326 urkundlich fassbar ist. In einer Urkunde von 1326 lesen wir: „de prato in Steinbach, quod vocatur die Bergwies“ (die Wiese in Steinbach, die man die Bergwiese nennt).

Der Dernbacher Historiker Lukas Grünenwald schließ daraus, dass das Dorf Steinbach eingegangen war und im Bergwieser- bzw. Kippersthaler Hof ein Weiterleben hatte.

Der Kippersthaler Hof wird erst 1761 fassbar als „Hofgüthlein auf der Bergwies oder im Kippersthal genannt“. Er umfasste 30 Morgen schlechte Ackerböden und zweieinhalb Morgen Wiesen, „die daxwies“ genannt. Die Pacht betrug 8 Gulden an Geld, dazu 4 Malter Korn und 4 Malter Hafer. Nahe beim dem Kippersthaler Hof befand sich der „Eyschbacher Hof“, der 60 Morgen groß war. Beide Höfe waren zumeist an einen Beständer verpachtet.

Bekannt ist nur ein Pächter: Caspar Haselmann im Jahr 1773. Weitere Nachrichten fehlen.

Wann der Hof aufgelassen wurde, lässt sich nicht feststellen. Die Fundamente von Gebäuden wurden aber angeblich noch im 19. Jahrhundert von Augenzeugen gesehen.
Der Standort des Hofes gehörte zur Gemarkung Eußerthal und wurde 1832 an Dernbach angegliedert. Heute heißt die Gewanne „Im Kippersthal“, die Bezeichnung Bergwiese ist verschwunden.