Lourdesgrotte

Während des Ersten Weltkrieges gelobten die Dernbacher Frauen, bei einer glücklichen Heimkehr ihrer Männer eine Mariengrotte zu errichten. Die Marienstatue wurde gleich nach Kriegsende angeschafft, die Aufstellung der Figur aber untersagt. Sie fand ihren Platz in der Kirche in Dernbach.

1930 wurde der Stiftungsfont für die Mariengrotte auf Betreiben des Lehrers Booz und des Bürgermeisters Braun begründet. 1931 musste die Statue wegen der Stiftung eines Seitenaltars weichen und brauchte einen neuen Platz. Das Gelände im Buchental wurde 1931 bei einer Begehung ausgesucht, sodann in freiwilliger Leistung durch die Dernbacher Bürger vorbereitet und die Grotte errichtet.

„Hunderte Kubikmeter Erdreich mussten bewegt, ungeheure Steinmassen herangeholt werden – und das geschah um Gotteslohn“, schrieb der Christliche Pilger. Die Steine stammten zum Teil von der Burgruine Neuscharfeneck.

Der erste Spatenstich wurde am 25. Januar 1932 durch Pfarrer Schill durchgeführt. Am 27. Mai wurde die Madonnenstatue in einer Prozession von der kath. Kirche zu ihrem neuen Standort getragen.

Die Einweihung folgte am 29. Mai 1932 durch Pfarrer Schill. Am 4. Juli erfolgte der erste Buß- und Bittgang zu der Mariegrotte. Zwei Jahre später nahmen an zwei Lichterprozessionen an Maria Himmelfahrt über 1000 Pilger teil.

Sie sollte sich unter den Namen „Mariengrotte“ oder auch „Lourdegrotte“ in der Ortstradition einbürgern und war in den folgenden Jahrzehnten immer wieder Ziel von Lichterprozessionen, Bittgängen und Maiandachten.

In den 1950er Jahren brach die linke Mauer der Grotte erstmalig ein. Bei der Restaurierung wurde auch die Quelle neu gefasst.
1997 bis 1999 kam es zu einer vollständigen Renovierung der Grotte. Eine Drainage wurde angelegt, eine mit Beton verstärkte Sandsteinmauer aufgerichtet, der Vorplatz wurde planiert und mit Schotter aufgefüllt, Besucherbänke und Blumenrabatten vervollständigten das Bild der Grotte, die am 12. September 1999 neu eingeweiht wurde.

Der Ortsgemeinde wurde 2007 von einer Privatperson eine Stiftung in Höhe von 75.000 € gewährt. Der Erlös aus dieser Stiftung ist zweckgebunden für den Erhalt der Grotte zu verwenden.
Im Jahre 2008 waren wieder Arbeiten an der Lourdesgrotte notwendig  und die Quelle wurde neu gefasst.