Dorfrundgang

Dernbach hat viele schöne und sehenswerte Plätze im Ort selbst und auch außerhalb.

Die Dernbacher Mühle

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Die Mühle am Ortsausgang von Dernbach wird im Jahre 1446 erstmalig erwähnt und dürfte zum Hochstift Speyer gehört haben. Die Kirche St. Jost in Dernbach hatte zudem noch Rechte an der Kindinger Mühle bei Siebeldingen, die im Mittelalter 10 Malter Korns, später 1 ½ Malter an die Kirche zinste.

1446 war die Dernbacher Mühle im Besitz von Hans und Erhard Contz. 1668 wurde das Mühlenhaus neu errichtet. 1670 ging die Mühle aus dem Besitz des Hochstifts Speyer in den der Grafen von Löwenstein-Scharfeneck über. Der Antrag auf den Bau einer zweiten Mühle wurde 1686 abgelehnt.

Die Grafen von Löwenstein verpachteten die Mühle ab 1679 an Beständer gegen Pacht,. Der erste Pächter war Matthes Scherr, dem sie als „ein wahrer Erb Bestand“ übergeben wurde. Neben den 10 Maltern Korn als Mahlgeld hatte der Müller noch „zwey Gulden an Geld, ein Gulden dreißig Kreuzer Frohngeld sowie einen Kapaun und zwei Hühner zu entrichten“

Zu Beginn des 18. Jahrhunderts hatte die Mühle zwei Beständer, 1775 war sie wieder in einer Hand vereinigt. 1771 wird sie beschrieben:

„In Dernbach findet sich auch eine Mühle, welche  gnädigster Herrschaft 3 Mltr. Korn zu Pacht und 2 fl. an Frohngeld bezahlet, welche ebenmäßig durch das Wasser aus dem Weiher getrieben wird.“

Da es sich bei dem Komplex um Besitz einer Adelsfamilie handelte, zogen die Franzosen die Mühle nach der Besetzung der Pfalz 1797 als Nationalgut ein und versteigerten sie 1805 an Philipp Becker aus Ramberg. Unter verschiedenen Besitzern blieb die Mühle, zu der auch ein weiteres Haus östlich des Dernbaches gehörte, bis 1890 in Betrieb.

Bei der Mühle handelt es sich um eine oberschlächtige Mühle mit zwei Mahlgängen für Brot- und Weißmehl sowie einen Schälgang und eine Hanfreibe zum Flachsbrechen. Die zwei Mühlwöge dienten auch als Fischteiche. Der Gebäudekomplex umfasste noch eine Bäckerei, die auch noch nach dem Auflassen des Mühlenbetriebs weiterbestand, und Wirtschaftsgebäuden und Stallungen.

 

Gnadenbild Unserer lieben Frau, genannt Marien- oder Lourdesgrotte

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Während des Ersten Weltkrieges gelobten die Dernbacher Frauen, bei einer glücklichen Heimkehr ihrer Männer eine Mariengrotte zu errichten. Die Marienstatue wurde gleich nach Kriegsende angeschafft, die Aufstellung der Figur aber untersagt. Sie fand ihren Platz in der Kirche in Dernbach. 1930 wurde der Stiftungsfont für die Mariengrotte auf Betreiben des Lehrers Berz und des Bürgermeisters Braun begründet. 1931 musste die Statue wegen der Stiftung eines Seitenaltars weichen und brauchte einen neuen Platz. Das Gelände im Buchental wurde 1931 bei einer Begehung ausgesucht, sodann in freiwilliger Leistung durch die Dernbacher Bürger vorbereitet und die Grotte errichtet.

„Hunderte Kubikmeter Erdreich mussten bewegt, ungeheure Steinmassen herangeholt werden – und das geschah um Gotteslohn“, schrieb der Christliche Pilger. Die Steine stammten zum Teil von der Burgruine Neuscharfeneck.

Der erste Spatenstich wurde am 25. Januar 1932 durch Pfarrer Schill durchgeführt. Am 27. Mai wurde die Madonnenstatue in einer Prozession von der kath. Kirche zu ihrem neuen Standort getragen.

Die Einweihung folgte am 29. Mai 1932 durch Pfarrer Schill. Am 4. Juli erfolgte der erste Buß- und Bittgang zu der Mariegrotte. Zwei Jahre später nahmen an zwei Lichterprozessionen an Maria Himmelfahrt über 1000 Pilger teil.

Sie sollte sich unter den Namen „Mariengrotte“ oder auch „Lourdegrotte“in der Ortstradition einbürgern und war in den folgenden Jahrzehnten immer wieder Ziel von Lichterprozessionen, Bittgängen und Maiandachten.

In den 1950er Jahren brach die linke Mauer der Grotte erstmalig ein. Bei der Restaurierung wurde auch die Quelle neu gefasst.

1997 bis 1999 kam es zu einer vollständigen Renovierung der Grotte. Eine Drainage wurde angelegt, eine mit Beton verstärkte Sandsteinmauer aufgerichtet, der Vorplatz wurde planiert und mit Schotter aufgefüllt, Besucherbänke und Blumenrabatten vervollständigten das Bild der Grotte, die am 12. September 1999 neu eingeweiht wurde.

Im Jahre 2008 waren wieder Arbeiten an der Lourdesgrotte notwenig  und die Quelle wurde neu gefasst.

 

Schulhaus

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Im Jahre 1821 wurde das alte Schulhaus in Dernbach, das wohl mit dem Pfarrhaus identisch war, als „alte, verfallene Hütte“ beschrieben. Fünf Jahre später  entstand für die 50 katholischen und 20 protestantischen Schüler des Dorfes ein neues Schulhaus südlich der Kirche, das bis 1913 bestand (obere Schule).

1843 erfolgte auf Betreiben der Protestanten – im Dorf gab es zu diesem Zeitpunkt 117 kath. und 23 prot. Schüler – die Einrichtung einer protestantischen Lehrerstelle.

1862 kaufte die Gemeinde das Schleburgsche Haus in der Dorfmitte und richtete in ihm die Vorbereitungsschule und die protestantische Lehrerwohnung ein (untere Schule). Die Vorbereitungsschule besuchten die Katholiken während der Grundstufe und wurden in den Oberklassen im katholischen oberen Schulhaus von 1826 unterrichtet. Die Protestanten erhielten ihren gesamten Schulunterricht in der unteren Schule.

1911 entschloss sich der Gemeinderat, eine neue Schule auf dem Kirchberg zu errichten, da die Raumsituation in der oberen und unteren Schule untragbar geworden war.

Das von dem Architekten Barth aus Landau im Jugendstil geplante Gebäude konnte am 1. Mai 1914 bezogen werden.

1919 wurden 71 katholische und 17 protestantische Schüler in der gemischt-konfessionellen Schule unterrichtet.

Im Jahre 1938 erfolgte die Einführung der christlichen Gemeinschaftsschule und des 8. Schuljahrs.

1951 wurde die  Schule in eine gemischt-konfessionelle Volkschule (Klassen 1-4) und in eine katholische Bekenntnisschule mit evangelischen Gastschülern (Klassen 5-8) umgewandelt.

1966 erfolgte die Einführung des 9. Schuljahrs und  1970 die Gründung eines Schulbezirks aus den Gemeinden Dernbach, Ramberg und Eußerthal. In Dernbach waren die 3. bzw. 4. Klassen der Gemeinden untergebracht.  Mit Schuljahresende 1977/78 wurde die Schule aufgehoben: Die Grundschüler gehen nach Eußerthal/Ramberg, die Hauptschüler nach Annweiler.

Zwischen 1984 und 1988 wurde das Gebäude durch umfangreiche Umbaumaßnahmen zum Dorfgemeinschaftshaus umgestaltet.

 

Katholische Kirche Heilige Dreifaltigkeit

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Eine Kirche in Dernbach ist 1344 erstmalig schriftlich fassbar. 1351 wird die Kapelle „St. Jodici“ (St. Jodok) als „vor vielen Jahren erbaut“ bezeichnet. Der Chor stammt aus dem 13. Jh. und wurde von den Herren von Scharfeneck-Metz gestiftet, die Wandmalereien im Chor sind in der ersten Hälfte des 14. Jh. entstanden.

Langhaus, Chor und Sakristei wurden gegen Ende des 14. Jh.  im Auftrag der Edelknechte Johann und Dieter genannt Kämmerer von Dalberg und Reynhard von Sickingen errichtet. Die Adligen stifteten 1408 einen dem Hl. Nikolaus geweihten Altar, ein Marienaltar ist schon vor 1390 erwähnt.

1415 wurde Dernbach, bis dahin Filiale von Gleisweiler, zur eigenen Pfarrei erhoben, zu der Ramberg und die Burg Neuscharfeneck gehörten.

1559 wurde mit der Einführung der Reformation durch die Dorfherren die Pfarrei aufgehoben. Die Kirche war zeitweise in Nutzung durch die Lutheraner.

Während des Dreißigjährigen Krieges stürzte im Jahre 1634 das Langhausgewölbe ein, auch der Turm erlitt starke Beschädigungen. 1675 wurde die kath. Pfarrei Ramberg errichtet, 1684 die Pfarrei Albersweiler, zu der Dernbach gehörte. Seit 1694 ist in Dernbach wieder ein katholischer Sonntagsgottesdienst nachgewiesen. Im 17. Jh. wurde das Gotteshaus der Hl. Dreifaltigkeit geweiht. Die Wiederherstellung der Kirche erfolgte erst zwischen 1721 und 1752. 1768 sicherte die Löwensteinische Religionsdeklaration den Konfessionen freie Religionsausübung zu. 1803 wurde Dernbach Filialgemeinde der kath. Pfarrei Ramberg.

1880 entdeckte und restaurierte man die Wandmalereien in der Kirche, 1903/04 wurde die neugotische Treppe zum Obergeschoss der Sakristei ausgeführt.

Eine umfassende Kirchenrestaurierung geschah 1964, 1981-1988 folgten die Reparatur des Turms und die Sanierung der Orgel

 

Protestantische Kirche in Dernbach

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Schon 1530, dreizehn Jahre nach Luthers Thesenanschlag, ist der erste lutherische Gottesdienst in der St. Jodok-Kirche nachgewiesen. Offiziell eingeführt wurde die Reformation durch die Grafen von Löwenstein im Jahre 1558. Später gründen die Grafen ein lutherische Pfarrei, die von St. Johann aus auch Dernbach mitbetreute. Im Zuge der Rekatholisierungspolitik des französischen Königs Ludwig XIV. wurde die Kirche in Dernbach 1694 wieder den Katholiken eingeräumt, von 1736 bis 1818 gab es in Albersweiler eine lutherische Pfarrei, die für Dernbach zuständig war. 1818 schlossen sich die Lutheraner und die Reformierten zur Protestantischen Kirche der Pfalz zusammen. Die Dernbacher Protestanten konnten zwar ab 1843 im unteren Schulhaus ihren Gottesdienst abhalten, ihr Wunsch nach einem eigenen Gotteshaus ging aber erst ein halbes Jahrhundert später in Erfüllung. 1897 genehmigte der Gemeinderat den Bau der Kirche, die von dem Architekten Schöberl geplant wurde und am 6. November 1898 eingeweiht werden konnte. Der Bau erfolgte mit finanzieller Unterstützung durch den Gustav-Adolf-Verein. Die kunsthistorisch bedeutsame Kanzel aus dem Jahre 1608 stammt aus der Stiftskirche in Landau. Gottesdienst wird vierzehntägig vom protestantischen Pfarrer aus Albersweiler gehalten.

 

Der Galgenberg

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Die Gewannenbezeichnung „Galgenberg“ erinnert an das Hochgericht, das vor 1506 hier errichtet wurde und als Gerichtsplatz für die Dörfer Ramberg und Dernbach diente. Der Platz war so gewählt, dass der von Ramberg und Dernbach eingesehen werden konnte.

1506 ist mit Hanssen von Zabern, ein Kuhhirt von Ramberg, der erste Delinquent namentlich bekannt. Nach 1540 wurde der Platz als Hinrichtungsstätte für das Amtes Scharfeneck der Grafen von Löwenstein genutzt. 1566 verlegt man den Galgenplatz auf den Steigert bei Frankweiler, 1755 auf die Gewanne „Lehr“ bei Albersweiler. Obwohl nur ca. 60 Jahre in Nutzung, ist der Hinweis auf die Funktion dieses Ortes in der Bezeichnung „Galgenberg“ schon im 18. Jahrhundert nachgewiesen.

 

Der Bergwieser- oder Kippersthaler Hof

kippersthaler hof

Das Auffinden eines jungsteinzeitlichen Steinbeil in der Nähe kann als Beleg einer frühen dauerhaften Besiedlung nicht herangezogen werden, beweist aber, dass schon vor ca. 5000 Jahren Menschen durch das Tal streiften.

Gänzlich ungeklärt ist, ob es eine Verbindung des Bergwieser Hofes mit dem untergegangenen Dorf Steinbach gibt, das von 1151 bis 1326 urkundlich fassbar ist. In einer Urkunde von 1326 lesen wir: „de prato in Steinbach, quod vocatur die Bergwies“ (die Wiese in Steinbach, die man die Bergwiese nennt).

Der Dernbacher Historiker Lukas Grünenwald schließ daraus, dass das Dorf Steinbach eingegangen war und im Bergwieser- bzw. Kippersthaler Hof ein Weiterleben hatte.

Der Kippersthaler Hof wird erst 1761 fassbar als „Hofgüthlein auf der Bergwies oder im Kippersthal genannt“. Er umfasste 30 Morgen schlechte Ackerböden und zweieinhalb Morgen Wiesen, „die daxwies“ genannt. Die Pacht betrug 8 Gulden an Geld, dazu 4 Malter Korn und 4 Malter Hafer. Nahe beim dem Kippersthaler Hof befand sich der „Eyschbacher Hof“, der 60 Morgen groß war. Beide Höfe waren zumeist an einen Beständer verpachtet.

Bekannt ist nur ein Pächter: Caspar Haselmann im Jahr 1773. Weitere Nachrichten fehlen.

Wann der Hof aufgelassen wurde, lässt sich nicht feststellen. Die Fundamente von Gebäuden wurden aber angeblich noch im 19. Jahrhundert von Augenzeugen gesehen.

Der Standort des Hofes gehörte zur Gemarkung Eußerthal und wurde 1832 an Dernbach angegliedert. Heute heißt die Gewanne „Im Kippersthal“, die Bezeichnung Bergwiese ist verschwunden.

 

Der Pfalzhof

schild pfalzhof

Der Pfalzhof, der auch Breitwieser Hof hieß, gehörte bis 1561 zu den von den Mönchen des  Zisterzienserklosters Eußerthal direkt aus bewirtschafteten Außenhöfen im Nachbereich des Klosters. Wie auch der Vogelstocker, der Bergwieser und der Langenscheider Hof erreichte der Pfalzhof  nie die Stellung einer Grangie, eines selbständigen Wirtschaftshofes des Klosters, wie etwa der Lauberhof bei Kaiserlautern, der Geilweiler Hof bei Siebeldingen oder der Mörlheimer Hof in Mörlheim. Er unterstand immer dem Kloster direkt und soll eine klösterliche Zehntscheune beherbergt haben.

Nach der Aufhebung des Klosters durch Kurpfalz im Jahre 1561 wurde er der Geistlichen Katholischen Güteradministration in Heidelberg unterstellt und der Pflege Eußerthal zugeschlagen, die vom ehemaligen Zisterzienserhof in Mörlheim aus verwaltet wurde. Der Hof für zwei Bauernstellen (Doppelhof) wurde nach 1681 neu errichtet („hauss, hoff, scheur und stallung“) und  in Erbbestand verpachtet. Der „Erbstandshoff auff der Breithen Wiße“  hatte im 17. Jahrhundert eine Größe von 64 Morgen Ackerland, 16 Morgen Wiesen und 1 Morgen Garten. Der Pfalzhof, wie er nun wegen seiner Zugehörigkeit zu Kurpfalz genannt wurde, bildete mit dem südlich gelegenen Stockwieser oder Vogelstocker Hof eine Einheit, war allerdings auf zwei Pachtstellen aufgeteilt.

Im 18. und 19. Jh. sind auf dem Hof Mennoniten nachgewiesen, die moderne landwirtschaftliche Techniken in die Pfalz gebracht hatten und auch den Weinbau in dem Tal einführten. Die Größe des Hofes wurde mit 41 Morgen Ackerland und 16 Morgen Weinbergen angegeben, der Wein konnte im Hof selbst gekeltert und eingelagert werden. Der Hof erwirtschaftete 1773 1254 Gulden Pacht.

In der Französischen Zeit wurde der Pfalzhof 1805 als Nationalgut in zwei Lose aufgeteilt und versteigert. Die Mennonitenfamilie Gingerich kaufte den Südteil des Anwesens, den sie seit der ersten Hälfte des 18. Jh. bewirtschaftete. Der Hof blieb bis zur Mitte des 19. Jh. Versammlungsort dieser Glaubensgemeinschaft.

1832 fiel der Pfalzhof, nun vom Vogelstocker Hof getrennt, an die Gemeinde Dernbach. Die Waldrechte des Besitzers auf dem Pfalzhof im Eußerthaler Wald wurden 1858 von Eußerthal bestätigt.

Der in zwei Höfe aufgeteilte „Pfalzhof“ blieb im 19. und 20. Jahrhundert in Privatbesitz und diente zumeist als landwirtschaftliches Anwesen. 1869-1880 wurde die südliche  Hofhälfte umgebaut und 1995-1998 grundlegend renoviert.

Im nördlichen Hof war zeitweise die Wirtschaft „Zum Pfalzhof“ untergebracht.

 

Dernbach am 8. Längengrad

Dernbach liegt am 8. Längengrad

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